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Die Papua-Weichschildkröte. Foto: Zoo Basel

(pd) Eine Papua-Weichschildkröte ist ins Aquarium des Lungenfisches im Zoo Basel eingezogen. Diese sonderbaren Wasserschildkröten haben eine Nase wie ein Schwein, einen Schwanz wie ein Gürteltier und schwimmen wie eine Meeresschildkröte.

Die Basler Papua-Weichschildkröte (Carettochelys insculpta) ist 2017 im Zoo Frankfurt geschlüpft und lebt seit 2019 im Vivarium, aber hinter den Kulissen. Jetzt teilt sie sich das Aquarium mit dem Australischen Lungenfisch.

Anders als andere Weichschildkröten

Trotz ihrem Namen gehört die Papua-Weichschildkröte nicht zur Familie der etwa 30 Arten umfassenden Weichschildkröten (Trionychidae). Sie ist die einzige noch lebende Art einer eigenen Familie, der Papua-Weichschildkröten (Carettochelyidae). Einige auffällige Merkmale unterscheiden sie von den anderen Weichschildkröten: Ihre Nase ist länger und formt einen kleinen Rüssel, der an eine Schweinenase erinnert. Dies hat ihr den englischen Namen «Pig-nosed turtle» eingebracht. Die Oberseite des Schwanzes ist ähnlich wie bei einem Gürteltier mit grossen, harten Schuppen bedeckt. So erinnert diese Schildkröte fast ein wenig an das Fabeltier Wolpertinger, der als Mischwesen aus mehreren Tierarten dargestellt wird. Ein Merkmal hat die Papua-Weichschildkröte aber mit allen anderen Weichschildkröten gemeinsam: Ihr Panzer besteht nicht aus Hornplatten, sondern ist von einer lederartigen Haut überzogen.

Perfekt ans Wasserleben angepasst

Die Papua-Weichschildkröte kommt im nördlichen Australien und südlichen Papua-Neuguinea vor. Sie wird knapp 60 Zentimeter lang und lebt sowohl im Süss-, Brack- als auch im Salzwasser. Neben den Meeresschildkröten ist sie die einzige Schildkröte, bei der die Vorderbeine zu Flossen umgebildet sind. Mit ihnen bewegt sich die Papua-Weichschildkröte durch das Wasser. An Land kommt einzig das Weibchen, um seine Eier in Sandbänken zu vergraben. Die Jungen schlüpfen, wenn im Ei Sauerstoffmangel herrscht. Dieser kommt dann zustande, wenn der Strand von Wasser überschwemmt wird. So schlüpfen die Jungtiere nicht an Land, sondern im Wasser.

In Australien sind die Bestände von Papua-Weichschildkröten relativ stabil. Jedoch kommen nur geschätzte 10 Prozent des Gesamtbestandes in Australien vor. 90 Prozent leben in Papua-Neuguinea und sind durch Absammeln für den lokalen Verzehr und den internationalen Handel bedroht. Die Papua-Weichschildkröte ist daher seit 2018 in der Roten Liste als stark gefährdet («endangered») eingestuft. Man schätzt, dass pro Jahr allein eineinhalb bis zwei Millionen Eier abgesammelt werden.

Bild: Die Papua-Weichschildkröte. Foto: Zoo Basel
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