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Ratgeber Gesundheit 8 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Mikronährstoffe – Supplemente
Bevor wir auf die einzelnen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente eingehen, ein genereller Hinweis über das spannende Thema der Supplemente. Sie finden viele Informationen darüber. Eine gute Quelle ist die neue Ausgabe des Burgerstein-Handbuchs «Nährstoffe», die bereits in der 14. Auflage erschienen ist. Ein oft angesprochenes Qualitätsmerkmal ist die «Natürlichkeit». Aus der Natur kommend heisst nicht automatisch gut, unproblematisch oder gar gesund. So kann ein Mineralstoff-Präparat aus Gesteinsmehl auch toxische Substanzen wie Blei etc. enthalten. Ein genaues Anschauen lohnt sich. Das oben angesprochene Buch empfiehlt folgende Kriterien zu beachten:
• Die enthaltenen Aktivstoffe sollten nur Substanzen sein, die normalerweise in unserem Körper vorkommen und für unsere Gesundheit erforderlich sind. Ihre biologische Verfügbarkeit muss hoch sein, damit der Körper sie optimal verwerten kann. Und die Dosierung muss so gewählt werden können, dass die Einnahme einen wissenschaftlich begründeten Effekt (vorbeugend oder heilend) erzielen kann
• Die notwenigen Hilfsstoffe sollten für den Körper keine Belastung darstellen. Z.B. sollten sie in Grundnahrungsmitteln enthalten sein, heisst, es dürfen keine künstlichen Farbstoffe, Konservierungsmittel oder körperfremde Süssungsmittel sein.
• Es sollten auch möglichst wenig Hilfsstoffe verwendet werden und die Haltbarkeit sollte optimal sein. Bei Kapseln oder Tabletten ist das leichter einzuhalten als bei anderen Darreichungsformen wie bei Kau- oder Brausetabletten oder auch bei Flüssigkeiten.
Die Wahl der Verbindungen kann für die Verwertbarkeit im Organismus von grosser Bedeutung sein. (Bei einzelnen Vitaminen kommt es dort zur Sprache.) Bei den Mineralstoffen und den Spurenelementen müssen mögliche Verunreinigungen ausgeschlossen werden. Ein hochwertiges Präparat enthält immer Verbindungen in Arzneibuch-Qualität. Es gibt drei verschiedene Gruppen gemäss ihrer chemischen Bindungsart:
Anorganische Verbindungen (wie: Sulfate, Carbonate, Oxide, Phosphate, Chloride).
Organische (wie: Citrate, Gluconate, Laktate, Fumarate, Orotate; sie werden in der Regel aus den organischen Säuren wie Zitronensäure und den anorganischen Mineralstoffen hergestellt.)
Proteingebundene bzw. an Aminosäuren gekoppelte Substanzen (wie: Chelate, Bisglycinate, Aspartate).
Meistens sind die beiden Letzteren besser verträglich und können vom Körper auch besser verwertet werden. Sie können auch das Wirkspektrum des Mineralstoffes erweitern oder unterstützen. (Bsp.: Magnesium und Orotat bewirken beide eine Entspannung.)
Welche Dosierung ist die richtige?
Frei nach Paracelsus, dass die Menge immer das Gift macht, gilt auch hier die Regel: soviel wie nötig, so wenig wie möglich! Das ist aber immer individuell zu entscheiden. Eine tägliche, langfristige Nahrungsergänzung bei gesunden Personen ist moderater (weniger hoch) dosiert als eine Einnahme bei einem erhöhten Bedarf wie einem Mangel, einem Stoffwechselungleichgewicht oder zur Unterstützung einer Behandlung bei einer Erkrankung. Die angesprochene Individualität macht das Ganze noch komplexer. Oft ist eine Kombination verschiedener Präparate sinnvoll oder sogar notwendig für einen Erfolg.
Nebenwirkungen sind möglich, tendenziell aber selten. Sie sind eher leichter Natur. Meist handelt es sich um gastrointestinale Nebenerscheinungen wie dünner Stuhl bis Durchfall, vorübergehende Übelkeit oder Verfärbungen der Ausscheidungen.
Eine gute Beratung klärt im Voraus das individuelle Ziel:
- was soll erreicht werden, (Prävention, Mangelkorrektur, Krankheitsbild oder therapeutischer Einsatz)
- mit welchen Präparaten und
- welcher Dosierung mit der optimalen Einnahmezeit und Modus (mit/ohne Mahlzeit) und
- die Einnahmedauer (wenige Tage bis langfristig über Monate oder sogar Jahre)

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Ratgeber Gesundheit 2 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
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Mikronährstoffe – im Besonderen Vitamine
Nachdem sich die beiden letzten Ratgeber «Gesundheit» mit einem bestimmten Mikro-Nährstoff befasst haben, geht dieser Ratgeber allgemein auf Mikronährstoffe = Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ein. Es wird immer wieder heftig in den Medien und in der Wissenschaft über die Richtigkeit und/oder Wichtigkeit einer zusätzlichen Einnahme diskutiert. Ein Grund dafür liegt sicher in der Geschichte der Entdeckung der Vitamine: Erkrankungen konnten einem Mangel an einem Nährstoff zugeordnet werden und durch die Gabe von diesem geheilt werden. Zum Beispiel galt ein Vitamin B 12-Mangel (die dazu gehörende Krankheit ist eine perniziöse Anämie) als unheilbar und erst nach der Einführung einer speziellen Diät (Gänslein-Therapie) gab es Hoffnung für die Erkrankten. Diese Therapie bestand aus dem Konsumieren von 500 g roher Leber pro Woche. Ein anderes Beispiel ist die Rachitis, oft in Verbindung mit Tuberkulose. Speziell Kinder litten daran, die Therapie bestand aus Höhensonne und Lebertran. Sauerkraut und Zitrusfrüchte (wie Zitronen) wirkten gegen die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut. Erst als man dann zunehmend die einzelnen Vitamine entdeckte und isolieren konnte, waren diese «Therapie»-Erfolge erklärbar. Die reichen Nationen (wie die in Europa) erarbeiteten Empfehlungen mit dem Wissen um die Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel. Sie halfen die Vitaminmangel-Erkrankungen zum Verschwinden zu bringen. Das erklärt die Meinung: Es gibt keinen Mangel, wenn genügend Obst und Gemüse gegessen wird. Echte Mangelerscheinungen sind wirklich selten geworden. Aber ein bereits beginnender, aber klinisch nicht fassbarer Mangel kann eine gesundheitliche Bedeutung haben. Diesem sogenannten «Hidden Hunger», dem «verborgenen Hunger», durch eine unzureichende Zufuhr widmen sich ganze Forschergruppen. Was ist nun aber ein Vitamin? Wikipedia schreibt dazu Folgendes:
Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsgerecht synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essenziellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen Stoffe selbst synthetisieren.
Das klingt nach einer komplizierten Geschichte. Also was sind Vitamine und was bewirken sie:
– Vitamine müssen von aussen zugeführt werden. Das beschreibt das Wort essenziell. Wir können diese Stoffe nicht selbst herstellen, brauchen sie aber, um leben zu können. Im Idealfall geschieht die Aufnahme in ausreichender Weise über die Nahrung. Es gibt Hinweise, dass unsere Nahrungsmittel heute deutlich weniger reich an diesen Stoffen sind als früher.
– Im Gegensatz zu den sogenannten Makronährstoffen, die unserem Körper Energie liefern, können sie das nicht. Sie regulieren die «Verwertung» von Kohlenhydraten und Eiweissen (Proteine) und auch von Mineralstoffen. Sie sorgen für den Auf- und Ab- und Umbau dieser Stoffe. Damit haben sie einen Einfluss auf die Energiegewinnung.
– Sie beeinflussen unser Immunsystem.
– Sie sind unverzichtbar beim Aufbau verschiedenster Zellen (Blutkörperchen, Knochen, Zähne, um nur einige Beispiele zu nennen).
– Eine organische Verbindung besteht aus den Elementen Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H). Es können noch andere Elemente wie Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Schwefel (S), Phosphor (P), und Halogene (Cl, J, B,) enthalten sein. Darum werden die Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium separat behandelt, ebenso wie Spurenelemente. Sie sind nur in Spuren wichtig wie zum Beispiel Selen.
Beim Menschen werden 13 organische Verbindungen dieser Definition gerecht. 11 davon können in keinster Weise vom Körper selbst hergestellt werden. Die Ausnahmen sind: das Sonnenvitamin D und Niacin, das aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt werden kann.
Eine weitere Gruppe spezieller Verbindungen sind Vitamere. Sie haben in einer Vitamingruppe die gleiche biologische Wirkung. Sie haben aber einen anderen chemischen Aufbau. Das gilt für Vitamin E oder Vitamin B6. Die unterschiedliche Bioaktivität wird in Äquivalenz Angaben gemacht (früher Internationale Einheiten I.E.)
Ein spannendes Thema! Lassen Sie sich beraten.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Ratgeber Gesundheit 47 – 2023

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Sonnenvitamin D (Teil 2)
Der letzte Ratgeber war dem Mangel in der Vitamin-D-Versorgung gewidmet. Dieses Vitamin zählt definitiv zu den kritischen Nährstoffen.
Wo findet man Vitamin D?
Über die Nahrung wird in der Regel nur ein kleiner Prozentsatz (rund 10%) aufgenommen. Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel sind:
- Fische (speziell fette Fische wie geräucherter Aal, Hering, Lachs, Makrele)
- Eier, speziell im Eigelb
- Butter und oder Pflanzenmargarine
- Leber und Pilze
Um eine genügende Menge an Vitamin D aufnehmen zu können, müssen es bei Fischen schon 100g geräucherter Fisch oder 150g frischer oder tiefgekühlter Fisch sein. Eier können trotz einer deutlich geringeren Menge pro Ei einen guten Beitrag zur Versorgung leisten, weil sie vielfältig in den Speisen vorkommen. Die Leber ist von den Empfehlungen (150g einmal alle vier Wochen) nicht wirklich relevant. Pilze können als Beilage mit 200g den Tagesbedarf liefern. Butter und Margarine werden regelmässig, zwar in kleineren Mengen, konsumiert, tragen damit aber auch dazu bei. Sie sehen, es ist schwierig, über die Nahrung bei allen Bevölkerungsgruppen die nötigen Mengen zu erreichen.
Der Grossteil von Vitamin D wird unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Das ist leider sehr unzuverlässig. Um im Sommer 600 IE am Tag zu bilden, genügt, je nach Pigmentierung der Haut, ein tägliches Sonnenbad in der Mittagszeit von Gesicht, Armen und Händen während 10 bis 40 Minuten. Sonnenschutz vermindert oder verhindert das. Im Winter ist die Bestrahlung selbst an sonnigen Tagen zu gering. Erschwerend kommt noch die zusätzliche Bekleidung als Negativum dazu.
Welche Funktionen hat Vitamin D?
Es hat vielfältige Aufgaben im Organismus. Die bekannteste ist die Aufrechterhaltung der Calciumionen-Konzentration im Blut. Dies wird über sehr komplexe Mechanismen erreicht: eine vermehrte Calcium-Aufnahme aus dem Darm, eine erhöhte Wiederaufnahme von Calcium aus dem Harn und eine vermehrte Abgabe aus unserem grössten Calcium-Speicher, unseren Knochen. Kurz gefasst könnte man sagen: Vitamin D ist notwendig zur Aufnahme und für den Stoffwechsel von Calcium und Phosphat. Damit ist es wichtig für eine gesunde Knochen- und Zahn-Bildung. Eine Unterversorgung äussert sich z.B. in Knochenkrankheiten. Die bekanntesten sind bei Kindern Rachitis und Osteoporose bei den Älteren. Neuere Forschungen zeigen auch einen Einfluss auf die Bildung und Differenzierung von Hautzellen sowie einen beträchtlichen Einfluss auf das Funktionieren des Immunsystems, um nur die wichtigsten zu nennen. Es wird heute weniger als ein Vitamin gesehen, sondern eher den Hormonen zugeordnet.
Unser Körper konnte vor der Einführung der Vitamin-D-Gaben durch die Tatsache, dass Vitamin D fettlöslich ist, die Mangelzeiten in den Wintermonaten überstehen.
Die Fettlöslichkeit ist auch der Grund für eine mögliche Überdosierung. Der Körper speichert das «Zuviel». Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen, aber auch Nieren- und Herz-Kreislauf Symptome. Eine Verkalkung der Arterien gehört ebenfalls dazu. Um in eine solche Situation zu gelangen, müssen über längere Zeit sehr hohe Dosen eingenommen werden. Die sichere hohe Einnahmemenge von 4000 IE pro Tag ab neun Jahren zeigt das. Dabei ist die Zeit der Sonneneinstrahlung nicht relevant. Es gibt sehr viele verschiedene Präparate, um eine vernünftige Einnahmemenge zu erreichen, lassen Sie sich beraten.

Lassen Sie sich beraten und geniessen Sie die letzten Sonnenstrahlen im Freien.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Ratgeber Gesundheit 41 - 2023

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Sonnenvitamin D
Ein langer, heisser Sommer geht zu Ende und wir freuen uns auf einen sonnigen Herbst. Dabei werden die Tage kürzer und wir merken das bereits. Die Möglichkeit, Vitamin D über die Haut zu produzieren, schwindet langsam durch die geringere Sonneneinstrahlung.
Das Wichtigste zuerst!
– Gemäss dem neuesten Schweizer Ernährungsbericht (OFSP Bulletin nutritionnel suisse 18.11.2021) scheint die tägliche Vitamin-D-Aufnahme der Bevölkerung nur 20 Prozent der empfohlenen Menge zu erreichen (die Daten sind erst ab dem 18. Lebensjahr verfügbar). Das heisst dann im Klartext, dass in den Wintermonaten (und die kommen jetzt) mehr als 60 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Dasselbe scheint bei den 3- bis 18-jährigen Personen mit einem Prozentsatz von 15 bis 57 Prozent ebenso zu sein. Die Senioren (ab 60 Jahren) bezeichnen sich selbst als gesund und haben dennoch einen Mangel bis zu 70 Prozent!
– Das grösste Risiko besteht bei den Kleinsten (Säuglinge und Kleinkinder). Um das Hautkrebsrisiko zu mindern, sorgt man für eine geringere Sonneneinstrahlung. Bei älteren Menschen führt die weniger effiziente Vitamin-D-Eigenproduktion ebenfalls zu einem Mangel.
Die Behörden sehen aus dem grossen Bedürfnis eine Supplementierung als notwendig. Auf ein systematisches Testen kann daher verzichtet werden!

Empfohlene tägliche Einnahme-Mengen (immer mit einer Mahlzeit):
– Säuglinge und Kids im ersten Lebensjahr 400 IE
– Kinder im 2. und 3. Lebensjahr 600 IE
– Personen 3 – 60 Jahre 600 IE im Winter*
– Menschen ab 60 Jahren 800 IE
(*Winter heisst: ab Oktober bis März)

Besondere Gruppen:
– Schwangere und Stillende 600 IE
– Menschen mit Malabsorptionssyndrom 3500 IE
– Hüftfraktur 2000 IE
– Bei nachgewiesenem schweren Mangel (Kids) 1000 IE
– Bei nachgewiesenem schweren Mangel (Adult) 2000 IE
(nachgewiesener schwerer Mangel heisst Werte von 25(OH)Vit D < 25 nmol/l)

Diese empfohlenen Mengen können entweder täglich, wöchentlich oder monatlich eingenommen werden. (Wir empfehlen die tägliche Einnahme. Bei einem Vergessen fehlt nur eine Dosis an einem Tag. Bei der monatlichen Einnahme ist schon ein ganzer Monat nicht abgedeckt!)

Eine Blutuntersuchung zeigt den Mangel. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Blutuntersuchung nur noch bei ausgewählten Patienten und eine Nachuntersuchung darf nur in Abständen von mindesten 3 Monaten erfolgen! Fragen Sie ihren Hausarzt oder in ihrer Apotheke nach den anfallenden Kosten und entscheiden dann, ob Ihnen eine individuelle Empfehlung das wert ist.
Weitere Informationen folgen im nächsten Ratgeber.
Lassen Sie sich beraten und geniessen Sie die letzten Sonnenstrahlen im Freien.
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Ratgeber Gesundheit 36 - 2023

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Insektenstiche
Insekten kommen mit Ausnahme der Antarktis auf der ganzen Welt vor, natürlich eher in Gebieten mit warmem Klima und in der warmen Jahreszeit. Die von uns wahrgenommenen Plagegeister verteidigen sich, jagen oder müssen mit dem Stechapparat Nahrung aufnehmen. Darum gilt ein Vermeiden von raschen und abrupten Bewegungen als hilfreiche Vorbeugung.
Stichreaktionen:
• LEICHT (nur lokale Reaktion): Die «Gestochenen» erleben eine lokale entzündliche Reaktion. Sie erfolgt meist innerhalb von Minuten und klingt nach wenigen Stunden wieder ab. Sie spüren ein Brennen, Jucken oder Schmerzen und haben eine bis etwa handflächengrosse Schwellung rund um die Einstichstelle. Das ist unangenehm, aber harmlos.
• MITTEL (systemisch): Ausgeprägtere Hautreaktionen kommen bei rund 10% der Menschen vor. Sie haben grösser flächige Hautreaktionen bis zur ganzen Körperoberfläche oft auch Augen- und Gesichtsschwellungen. Es werden ebenfalls Erbrechen, Bauchschmerzen und Atembeschwerden erlebt.
• SCHWER (Anaphylaxie): In der Schweiz sind ca. 3,5% der Bevölkerung von einer Insektenstichallergie betroffen. Sie äussert sich nach einem Stich mit einer heftigen systemischen Reaktion: Blutdruckabfall bis zur Bewusstlosigkeit, Herzkreislaufkollaps und in den schlimmsten Fällen auch ein Atemstillstand.
Therapie (gemäss Art, Ort und Symptomausprägung):
Prinzipiell wird primär der allenfalls vorhandene Stechapparat (z.B. Bienenstachel) mit einer seitlichen abstreifenden Bewegung entfernt. Ein Zusammenquetschen könnte das restliche Gift injizieren. Dann hilft immer KÜHLEN. Auftragen von lokal anzuwendenden Gels, Roll-ons etc. vermindert ebenfalls die Reaktionen. Sie enthalten topische Antihistaminika, ätherische Öle, Lokalanästhetika, kurz, hautberuhigende Stoffe. Weitere Massnahmen wie das Anwenden von Wärmestiften, die lokal die Einstichstelle auf 50 bis 60°C für 3 bis 10 sec. erhitzen, oder spezielle Absaugpumpen helfen ebenfalls.
- Bei den leichten Reaktionen genügen die oben erwähnten Massnahmen. Die Beschwerden bessern innert 4 bis 6 Stunden.
- Bei einem mittelschweren Verlauf sind die Symptome heftiger. Es kommen zusätzlich lokal anzuwendende, leicht cortisonhaltige Cremen zum Einsatz. Zusätzlich helfen einzunehmende Antihistaminika-Präparate. Zur Auswahl stehen Lutschtabletten, Tabletten oder Tropfen. Die neueren Präparate machen kaum bis gar nicht müde, eine persönliche Reaktion ist immer zu beachten! Falls vom Arzt orale Corticosteroide für eine Einnahme verordnet sind, immer die niedrigste therapeutisch nötige Dosis während max. 3 bis 5 Tagen anwenden. Bitte nicht an andere Betroffene weitergeben, diese Anwendung muss in der Verantwortung eines Arztes bleiben! Manchmal ist der Übergang zu schwereren Reaktionen fliessend. Holen Sie fachlichen Rat ein.
- Schwere Reaktionen: Es kann lebensbedrohend werden, jährlich sterben daran drei bis vier Menschen in der Schweiz. Ein absolutes Muss ist das Mitführen eines Allergie-Notfallsets! Es besteht normalerweise aus 4 Tabletten (2 Kortison Tabletten und 2 Tabletten eines Antiallergikums), die alle zusammen einzunehmen sind. Bei bekannter heftiger Reaktion (Gefahr einer Anaphylaxie) hat der/die Patient*in auch einen Adrenalin-Pen zur Verfügung. Anwenden! Eine anschliessender Arztkonsultation ist notwendig. Sie muss je nach Beschwerdebild sofort oder kann innert Stunden erfolgen. Es gilt, eine Spätreaktion zu vermeiden, die auch noch nach Stunden auftreten kann.
Vorbeugung:
Gegen Bienen, Wespen und Hornissen helfen die sogenannten Repellentien nicht. Es hilft nur eine Immun-Therapie, die 3 bis 5 Jahre dauert. Sie verhindert eine Anaphylaxie, vermindert aber in jedem Fall die Heftigkeit der Reaktion.
Repellentien helfen gegen Mücken und Zecken.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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