(pd) Die Aarauer Agentur catta gehört zu den diesjährigen Gewinnerinnen des Ig-Nobelpreises: Zusammen mit Bodenökolog:innen von Agroscope und der Universität Zürich sowie rund 1200 freiwilligen Citizen Scientists wurde sie am 3. September in Zürich für ihr Projekt «Beweisstück Unterhose» geehrt: Eine landesweite Untersuchung der Bodengesundheit mit vergrabenen Unterhosen. Die Preisverleihung fand erstmals ausserhalb der USA statt, im ausverkauften Kongresshaus Zürich.
Wer mathematisch nachweist, dass ein Butterbrot tatsächlich häufiger auf die buttrige Seite fällt, oder erforscht, ob Übergewicht bei Politiker:innen ein Indikator für Korruption sein kann, hat gute Chancen auf einen der bekanntesten – und ungewöhnlichsten – Wissenschaftspreise der Welt: den Ig-Nobelpreis. Seit 1991 ehrt er wissenschaftliche Leistungen, die «Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen». Bis letztes Jahr wurde er am MIT (Massachusetts Institute of Technology) oder an der Harvard University in den USA verliehen, 2026 fand die Zeremonie erstmals in Zürich statt.
Preisverleihung erstmals in der Schweiz
An der Preisverleihung im ausverkauften Zürcher Kongresshaus wurden zehn internationale, skurrile und zugleich fundierte Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Überreicht wurden die Preise – wie jedes Jahr – von echten Nobelpreisträger:innen.
Unter den Geehrten ist auch ein Schweizer Forschungsteam, das 2021 zusammen mit über tausend Landwirt:innen und Gartenbesitzer:innen in der ganzen Schweiz Unterhosen im Boden vergrub, um dessen Gesundheitszustand zu untersuchen: Je stärker sich eine Unterhose im Erdboden zersetzt, desto aktiver sind die Bodenlebewesen – und desto besser ist die Bodenqualität. Das Projekt sorgte weltweit für Medienecho. Dahinter stehen die Bodenökologen Marcel van der Heijden und Franz Bender (Agroscope und Universität Zürich), der Wissenschaftsjournalist Atlant Bieri sowie die Citizen-Science-Expertin Pia Viviani von der Aarauer Agentur catta. Möglich wurde das Projekt durch rund 1200 Citizen Scientists, die landesweit Unterhosen vergruben und deren Zersetzungsprozess dokumentierten.
Ig-Nobelpreis dank Citizen Science
«Vor 20 Jahren, als ich mich entschied, meine akademische Karriere an den Nagel zu hängen, zweifelte ich kurz – schliesslich hatte ich damit auch keine Chance mehr auf den Ig-Nobelpreis, falsch gedacht», sagt Pia Viviani, Gründerin und Co-Leiterin von catta, lachend. «Beweisstück Unterhose» war eines der ersten Projekte von catta, einer Agentur für Wissenschaftskommunikation und Citizen Science, die Pia Viviani 2019 gegründet hat. Citizen Science bezeichnet die Zusammenarbeit von Freiwilligen mit hauptamtlich Forschenden – ein Ansatz, auf den sich catta spezialisiert hat. Dank dieser Fokussierung ist Pia Viviani nun doch noch zu ihrem Ig-Nobelpreis gekommen.
Über catta
catta ist eine Aarauer Agentur für Wissenschaftskommunikation und Citizen Science. Sie unterstützt Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Organisationen dabei, wissenschaftliche Themen verständlich zu vermitteln und die Bevölkerung aktiv in Forschungsprojekte einzubinden.
catta.ch