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Ratgeber Psychologie 9 – 2024

Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Selbstliebe
«Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» heisst es in der Bibel. Sehr oft beherzigen wir den ersten Teil. Andere zu lieben, scheint uns logisch, naheliegend und einfach. Wie sieht es aber mit dem «wie dich selbst» aus? Selbstliebe bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst, mit allen Stärken und Schwächen. Oft wird sie aber als egoistisch oder gar narzisstisch abgestempelt. Die Fähigkeit, authentisch und natürlich uns selbst sein zu dürfen, hat nichts mit Selbstverliebtheit zu tun. Wie schön wäre es, wenn wir liebevoll auf uns schauen könnten, die eigenen Unzulänglichkeiten und Fehler sanft und mit einem Lächeln annehmen könnten? Was nicht heisst, dass wir nicht aus unseren Fehlern lernen.
Wer in seiner Kindheit wenig Liebe und Unterstützung erfuhr, lernte sich anzupassen, um den Eltern oder Lehrern zu gefallen, aus Angst sonst nicht geliebt zu werden. Auch im Erwachsenenalter leben viele Menschen mit Verlustängsten, die dazu führen, es in erster Linie den anderen recht machen zu wollen. Die Kommentare der Eltern und Lehrpersonen, die Anforderungen der Gesellschaft haben wir im Laufe der Jahre verinnerlicht. Der «innere Kritiker» ist eine Stimme in uns, die ständig bewertet und oft entwertet. Wir sollten schneller, besser und gescheiter sein, und es erst noch allen rechtmachen. Mit solch hohen Ansprüchen können wir allerdings nur scheitern. Trotzdem halten viele Menschen Selbstkritik für eine wirkungsvolle Motivation, obschon sie auf der Angst, wertlos zu sein, beruht. Wenn die nächste Karrierestufe nicht erreicht wird, die Diät wieder einmal abgebrochen wird, man als Elternteil schon wieder entnervt war: Wir sind menschlich und wir machen Fehler. Scheitern gehört zum Leben und ist wichtig. Bei einer Freundin oder beim besten Freund würden wir aufmunternde Worte aussprechen, mit uns selbst gehen wir aber hart ins Gericht.
Wie können wir also lernen, einen liebevollen Blick auf uns zu haben? Wie kommen wir zu (mehr) Selbstliebe?
Sehr oft befinden wir uns in einem Zustand der Ablehnung oder des Widerstandes. Wir lehnen die Umstände (die Arbeit, den Chef, die Partnerin), unsere Gefühle, gewisse Eigenschaften und sehr oft auch unseren Körper ab. Die Gründe dafür sind meist unbewusst. Nun können wir uns aber bewusst dafür entscheiden, auch unsere Entwertung und Ablehnung zu lieben. Wir können lernen, unsere Mängel, Fehler und Unzulänglichkeiten mit einem sanften und liebevollen Blick zu betrachten. Wir können uns daran erinnern, dass wir mit unseren Problemen nicht allein sind. Anstelle einer Verurteilung können wir uns fragen, was uns jetzt gerade guttun würde. Was würde jetzt eine Person tun, die sich selbst gerne hat? Anstelle einer Entwertung könnten wir einen positiven inneren Dialog führen: «Toll, dass ich es versucht habe, das nächste Mal gelingt es sicher besser»; «Morgen ist auch noch ein Tag»; «Das geschieht auch anderen Menschen». Eine weitere wichtige Fähigkeit besteht darin, Grenzen zu setzen und «Nein» sagen zu dürfen. Nur so können wir uns davor schützen, Dinge zu tun, die wir nicht machen möchten. Freundlich, aber klar zu sagen: «Das möchte ich nicht!» oder «Das ist mir zu viel!». Dies bewahrt uns davor, später wütend und aggressiv zu werden, wenn uns alles über den Kopf wächst. Wenn wir ständig für andere da sein müssen, haben wir keine Möglichkeit, unser eigenes Potenzial zu leben.
Für sich einzustehen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auszusprechen, liebevoll mit sich umzugehen, sind Voraussetzungen für Selbstliebe, aber ebenso auch für echte Partnerschaft und für das «Liebe Deinen Nächsten!».

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Gesundheit 8 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Mikronährstoffe – Supplemente
Bevor wir auf die einzelnen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente eingehen, ein genereller Hinweis über das spannende Thema der Supplemente. Sie finden viele Informationen darüber. Eine gute Quelle ist die neue Ausgabe des Burgerstein-Handbuchs «Nährstoffe», die bereits in der 14. Auflage erschienen ist. Ein oft angesprochenes Qualitätsmerkmal ist die «Natürlichkeit». Aus der Natur kommend heisst nicht automatisch gut, unproblematisch oder gar gesund. So kann ein Mineralstoff-Präparat aus Gesteinsmehl auch toxische Substanzen wie Blei etc. enthalten. Ein genaues Anschauen lohnt sich. Das oben angesprochene Buch empfiehlt folgende Kriterien zu beachten:
• Die enthaltenen Aktivstoffe sollten nur Substanzen sein, die normalerweise in unserem Körper vorkommen und für unsere Gesundheit erforderlich sind. Ihre biologische Verfügbarkeit muss hoch sein, damit der Körper sie optimal verwerten kann. Und die Dosierung muss so gewählt werden können, dass die Einnahme einen wissenschaftlich begründeten Effekt (vorbeugend oder heilend) erzielen kann
• Die notwenigen Hilfsstoffe sollten für den Körper keine Belastung darstellen. Z.B. sollten sie in Grundnahrungsmitteln enthalten sein, heisst, es dürfen keine künstlichen Farbstoffe, Konservierungsmittel oder körperfremde Süssungsmittel sein.
• Es sollten auch möglichst wenig Hilfsstoffe verwendet werden und die Haltbarkeit sollte optimal sein. Bei Kapseln oder Tabletten ist das leichter einzuhalten als bei anderen Darreichungsformen wie bei Kau- oder Brausetabletten oder auch bei Flüssigkeiten.
Die Wahl der Verbindungen kann für die Verwertbarkeit im Organismus von grosser Bedeutung sein. (Bei einzelnen Vitaminen kommt es dort zur Sprache.) Bei den Mineralstoffen und den Spurenelementen müssen mögliche Verunreinigungen ausgeschlossen werden. Ein hochwertiges Präparat enthält immer Verbindungen in Arzneibuch-Qualität. Es gibt drei verschiedene Gruppen gemäss ihrer chemischen Bindungsart:
Anorganische Verbindungen (wie: Sulfate, Carbonate, Oxide, Phosphate, Chloride).
Organische (wie: Citrate, Gluconate, Laktate, Fumarate, Orotate; sie werden in der Regel aus den organischen Säuren wie Zitronensäure und den anorganischen Mineralstoffen hergestellt.)
Proteingebundene bzw. an Aminosäuren gekoppelte Substanzen (wie: Chelate, Bisglycinate, Aspartate).
Meistens sind die beiden Letzteren besser verträglich und können vom Körper auch besser verwertet werden. Sie können auch das Wirkspektrum des Mineralstoffes erweitern oder unterstützen. (Bsp.: Magnesium und Orotat bewirken beide eine Entspannung.)
Welche Dosierung ist die richtige?
Frei nach Paracelsus, dass die Menge immer das Gift macht, gilt auch hier die Regel: soviel wie nötig, so wenig wie möglich! Das ist aber immer individuell zu entscheiden. Eine tägliche, langfristige Nahrungsergänzung bei gesunden Personen ist moderater (weniger hoch) dosiert als eine Einnahme bei einem erhöhten Bedarf wie einem Mangel, einem Stoffwechselungleichgewicht oder zur Unterstützung einer Behandlung bei einer Erkrankung. Die angesprochene Individualität macht das Ganze noch komplexer. Oft ist eine Kombination verschiedener Präparate sinnvoll oder sogar notwendig für einen Erfolg.
Nebenwirkungen sind möglich, tendenziell aber selten. Sie sind eher leichter Natur. Meist handelt es sich um gastrointestinale Nebenerscheinungen wie dünner Stuhl bis Durchfall, vorübergehende Übelkeit oder Verfärbungen der Ausscheidungen.
Eine gute Beratung klärt im Voraus das individuelle Ziel:
- was soll erreicht werden, (Prävention, Mangelkorrektur, Krankheitsbild oder therapeutischer Einsatz)
- mit welchen Präparaten und
- welcher Dosierung mit der optimalen Einnahmezeit und Modus (mit/ohne Mahlzeit) und
- die Einnahmedauer (wenige Tage bis langfristig über Monate oder sogar Jahre)

vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit
Für Fragen sind wir immer für Sie da.

Ratgeber Finanzen 7 – 2024

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Was man aus dem Fall Signa resp. Benko lernen kann
Die Insolvenz der riesigen Immobiliengesellschaft Signa ist fast täglich in den Medien. Das Konstrukt ist extrem kompliziert und verschachtelt aufgesetzt und der entstandene Schaden kann aktuell noch nicht wirklich abgeschätzt werden. Er wird aber wahrscheinlich in die Milliarden gehen. Immobilien gelten im Volksmund als Betongold und als sehr sicher. Wie kann man damit so viel Geld verlieren, wenn man dann auch noch fast nur Immobilien an den allerbesten Lagen in den florierenden Grossstädten hat? Für mich gibt es zwei Hauptgründe: Als Erstes der Preis, für welchen man diese Objekte gekauft hat. Es ist einfach nicht realistisch, in den letzten zehn Jahren ein solches Immobilienportfeuille an den besten Lagen zu vernünftigen oder sogar Schnäppchenpreisen aufgebaut zu haben. Im Minimum Teile davon wurden klar überzahlt. Ja, Qualität hat seinen Preis, aber (fast immer) nicht «jeden» Preis. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ein grosser Teil mit Eigenkapital finanziert würde. Sobald man aber sehr viel Fremdkapital einsetzt und dann dummerweise auch noch die Kreditzinsen massiv ansteigen, bekommt man ein ernsthaftes Problem. Sobald dies die Kreditgeber merken, kann es richtig mühsam werden. Da gibt es in der Vergangenheit zahlreiche Beispiele. Aber selbst sehr erfahrene Topgeschäftsleute unterliegen immer wieder der Gier oder dem Grössenwahn. Es ist sicher nicht alles wertlos und es gibt ausser für einige Aktionäre kaum einen Totalverlust. Die Sache wird uns aber noch länger beschäftigen und die ersten Köpfe sind bereits gerollt.
Falle Reparaturen oder Ersatzteile
Leider gibt es nicht nur Missstände mit Gebühren oder Kosten im Finanzbereich oder im Umgang mit Staatsdienstleistungen. Leider stelle ich das immer mehr bei Reparaturen und Ersatzteilen fest. Oft wird eine zeitlich Not dazu ausgenutzt, teilweise völlig überhöhte Preise in Rechnung zu stellen. Da kann eine kleine Reparatur plötzlich zur Kostenfalle werden.
Neben horrenden Stundenansätzen kommen Fallzuschläge, Wegpauschalen, Entsorgungsgebühren, Kleinteilzuschläge usw. usw. dazu. Auch die Preise von Ersatzteilen sind dann ein Bruttopreis, welcher sonst kaum jemand auf dieser Welt bezahlt. Das liegt meist nicht am Monteur, welcher die Sache vor Ort repariert und nur einen Bruchteil selber als Lohn bezieht. Persönlich ziehe ich meine Konsequenzen. Wer vernünftig und fair agiert, bekommt Folgeaufträge. Den Rest lasse ich weg oder verlange immer eine Offerte.

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Ratgeber Familie 6 – 2024

Sarah Zanoni
Pädagogische Psychologin / Heilpädagogin
JugendCoaching Sarah Zanoni, Rheinfelden
www.jugendcoaching.ch

Zu-Bett-Gehen: Ein Familienklassiker
Welche Familie kennt es nicht? Der Tag war lang und intensiv, Sie haben als Eltern alles gegeben, was möglich war. Und nun, wenn die Kleinen ins Bett gehen sollen, fängt der Stress erst richtig an.
Es beginnt meist damit, dass weder Nils noch Lena Lust aufs Zähneputzen oder Pyjama-Anziehen verspüren. Stattdessen wird herumgequengelt, gestritten und Zeit vergeudet. Und vor allem: die Nerven der Eltern strapaziert! Nicht selten sprechen diese dann Drohungen aus, welche die Kinder nur noch bockiger machen. Kommt’s dann endlich zum Punkt, dass die Kinder im Bett liegen, ist leider nicht garantiert, dass sie dort auch ruhig einschlafen. Viel wahrscheinlicher ist ein stetes Rufen, Weinen, Durst-Anmelden oder am liebsten gleich der Wunsch, Mama oder Papa möge sich zu ihnen ins Bett legen.
Das Resultat: total erschöpfte Eltern, die eine Stunde später im Kinderbett aufwachen und sich endlich noch einen kurzen Moment Erwachsenenzeit gönnen könnten – wenn sie denn noch die Kraft und Lust dazu hätten.
Doch die gute Nachricht: Es gibt einen Weg aus der Misere raus!
Alles fängt mit einer guten Vorbereitung an. Setzen Sie sich hin und notieren Sie den gewünschten Ablauf der Abendroutine. Fügen Sie dann bitte schon mal 30 Minuten mehr Zeit ein – dieser Zeitpuffer wirkt entspannend.
Überlegen Sie sich, wie für jeden Punkt etwas Kindgerechtes zum Tragen kommen kann. Als Beispiel: das Frottee-Krokodil (Wasch-Handschuh) putzt dem Kind die Zähne – natürlich mit der entsprechend lustigen Kroko-Stimme. Hier kommen also Ablenkung und die Fantasiewelt zum Tragen.
Fürs Pyjama empfehle ich das Kleider-Versteckspiel. Sind die Kinder ausgezogen, verstecken Sie das Pyjama-Oberteil irgendwo im Kinderzimmer. Das Kind darf dieses dann suchen, mit Hilfe von «warm – wärmer – heiss»… Einmal gefunden, darf das Oberteil angezogen werden. Nun kommt das andere Kind und die anderen Pyjamateile an die Reihe. Der Spass-Effekt ist quasi garantiert.
Nun kommen wir zum eigentlichen Zu-Bett-geh-Ritual: Egal, ob Sie Ihrem Kind eine Geschichte vorlesen, ein Spiel spielen, eine Rückenmassage anbieten oder Lieder singen – lassen Sie allfälligen Ärger bitte draussen. Auch wenn Ihr Kind vorher nicht gut kooperiert hat, ist es wichtig, dass es vor dem Einschlafen einen ruhigen, guten Moment mit Ihnen erleben darf.
Kinder, die nicht alleine einschlafen können, brauchen aus diversen Gründen eine Zeit lang die direkte Nähe von Mama oder Papa. Da braucht es Verständnis und Geduld. Leider gewöhnen sich Kinder schnell daran, gar nicht mehr alleine im Bett zu bleiben. Da lohnt sich der Versuch, das Kind durch ein Anreizsystem zu motivieren: «Wenn du selber im Bett einschläfst, bekommst du morgen früh eine Murmel ins Glas. Sind drei Murmeln drin, bekommst du ein kleines Geschenk». Gerade zu Beginn und bei kleinen Kindern genügen schon wenige Murmeln, um den Lohn für diese schwierige Aufgabe zu bekommen. Denn genau darum geht es: Einem Kind, das etwas noch nicht kann, bereitet es viel Mühe, Überwindung und Durchhaltevermögen, dies zu schaffen.
Lassen Sie die Zimmertür zum Einschlafen leicht geöffnet, sodass ein wenig Licht reinfällt. Zu hell wäre jedoch ungünstig, da das Gehirn auf Wachzustand schaltet. Beliebt ist das Hören von leiser Musik oder Hörgeschichten, die nicht zu wild oder gar gruselig sein sollten.
Zurück zu unserer Planung der Abendroutine auf dem Papier. Wenn Sie als Eltern alles notiert haben, zeichnen Sie jeden Schritt nochmals als kleines Fenster. Dann können Sie das Ganze Ihren Kindern zeigen und erklären. Wenn Nils und Lena sehen, was sie nacheinander erwartet, werden sie besser mitmachen. Natürlich gibt es auch Kinder, die trotzdem blockieren – dann sollten Sie versuchen, Ihr Kind spielerisch abzulenken. Morgen klappt’s bestimmt!
Viel Spass mit Ihrer (neuen) Abendroutine!

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.jugendcoaching.ch

Ratgeber Finanz 4– 2024

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

13. AHV-Rente
Anfang März werden wir über die Initiative für eine 13. AHV-Rente abstimmen können. Was sind die Beweggründe und die finanziellen Eckdaten dahinter?
Alles wird teurer
Strom wird teurer. Die Krankenkasse wird teurer. Die Hypothekarzinsen werden teurer. Die Miete wird teurer. Die Mehrwertsteuer wird teurer. Wer vorher schon knapp bei Kasse war, hat wirklich hart zu kämpfen. Diese Menschen sollen unterstützt werden.
Giesskanne statt Präzision
Alle derzeitigen und künftigen AHV-Rentner sollen jedes Jahr eine 13. Monatsrente erhalten. Dies entspricht einer Erhöhung der Jahresrente um 8,3 Prozent. Diese Erhöhung kommt nicht nur den oben genannten finanziell schlecht Gestellten zu Gute, sondern allen Rentnern.
Hier kommen nun erste Risse in die Argumente der Initianten. Ja, es gibt nach wie vor Altersarmut und diese wird angesichts obgenannter Preiserhöhungen akuter. Aber nein, es betrifft nur eine relativ geringe Anzahl Rentner.
Senioren sind am reichsten
Als Gesamtgruppe – ja, ich weiss, dass ein 1,80 Meter grosser Mensch in einem durchschnittlich 1,5 Meter tiefen Fluss ertrinken kann – sind die Rentner die reichsten. Und das für mich Erstaunliche: Gemäss einer Studie von Philippe Wanner (Professor für Demografie und Sozioökonomie an der Universität Genf) aus dem Jahr 2022 müssen Rentner trotz Ruhestand ihre Reserven nicht anzapfen. Ihre Ersparnisse wachsen im Schnitt sogar leicht an.
Geschätzte Mehrkosten liegen bei etwa 5 Mia Franken pro Jahr
Nicht nur von Altersarmut Betroffene, sondern auch Millionäre bekämen also eine 13. AHV-Rente. Dieses Giesskannenprinzip führt zu extrem hohen Mehrkosten von etwa 5 Milliarden Franken pro Jahr.
Umverteilung von arm zu reich...
Die Initiative macht bequemerweise keine Angaben dazu, wie diese Mehrkosten finanziert werden sollen. Es müsste wohl über eine Kombination von (erneut) höherer Mehrwertsteuer, höheren Lohnabzügen und der allgemeinen Staatskasse erfolgen. Mit anderen Worten zahlt die weniger reiche Allgemeinheit ein, profitieren tut aber die insgesamt reichste Altersgruppe.
Die 13. AHV Rente hat für mich deshalb nichts mit sozial zu tun. Für die Bekämpfung von Altersarmut müssen schärfere und präzisere Massnahmen ergriffen werden (wie z.B. Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe).
...und von jung zu alt
Insbesondere bei einer Erhöhung der Lohnabzüge würde die produktive Arbeitstätigkeit verteuert. Dies verschlechtert die Konkurrenzfähigkeit vom Standort Schweiz und es fände eine Umverteilung von jüngeren Arbeitstätigen zu älteren Pensionierten statt.
Finanzierung der AHV sollte nicht weiter destabilisiert werden
Die Finanzlage der AHV ist zudem bekanntermassen nicht rosig. Gemäss den jüngsten Rechnungen des Bundes rutscht die AHV – noch ohne eine 13. AHV-Rente – um etwa 2031 in die roten Zahlen. Eine 13. AHV Rente würde die bereits wacklige Finanzierung der AHV weiter destabilisieren.

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Ratgeber Psychologie 3 – 2024

Ladina Waldmeier
M. Sc. Psychologin FSP
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
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Wie aus Vorsätzen Wirklichkeiten werden
Ein neues Jahr bringt oft den Wunsch nach Veränderungen und Verbesserungen mit sich. Viele von uns setzen sich Vorsätze, um ein optimiertes und erfüllteres Leben zu führen. Doch wie können wir sicherstellen, dass diese Vorsätze nicht nur gute Absichten bleiben, sondern auch Realität werden?

1. Formulieren Sie Ihre Ziele positiv und konkret
Ziele dienen als Orientierung und helfen uns, unsere Handlungen auszurichten. Positiv heisst hier, das zu benennen, was sie erreichen wollen (Hin-Zu-Ziel) und nicht das zu nennen, was sie nicht mehr wollen (Vermeidungsziel). Wenn Sie sich vornehmen, weniger TV zu sehen, überlegen Sie sich, was Sie stattdessen tun möchten, beispielswiese spazieren oder lesen. Formulieren Sie dieses Ziel mit möglichst konkreten Beschreibungen, wann und wo sie was machen möchten. Zum Beispiel: Ich möchte zweimal in der Woche abends einen Spaziergang machen.

2. Verankern Sie Ihre Vorsätze in der Realität: WOOP-Methode
Ein weiteres Hilfsmittel in der Umsetzung von Vorsätzen findet sich im Buch «Die Psychologie des Gelingens» von Gabriele Oettingen. Ihr beschriebenes Konzept; WOOP Wish-Outcome-Obstacle-Plan, zu Deutsch: Wunsch – Ergebnis – Hindernis – Plan bietet einen praxisnahen Ansatz, um Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. Nehmen Sie Stift und Papier zur Hand, gönnen Sie sich einen Moment der Besinnung, und lassen Sie uns gemeinsam starten.

Wish (Wunsch): Entspannen Sie sich, atmen Sie durch und denken Sie an Ihren Vorsatz. Ihren Wunsch, den Sie im neuen Jahr Wirklichkeit werden lassen wollen. Schreiben Sie Ihren Wunsch in drei bis sechs Stichworten auf.

Outcome (Ergebnis): Wie sieht das bestmögliche Ergebnis aus, das beim Erreichen des Vorsatzes eintritt. Stellen Sie es sich genau vor und lassen Sie so lebendige Bilder entstehen, wie es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Schreiben Sie nun auch die bestmöglichen Ergebnisse mit drei bis sechs Stichworten auf.

Obstacle (Hindernis): Realisieren Sie, dass im Leben nicht immer alles reibungslos verläuft. Identifizieren Sie die potenziellen Hindernisse auf dem Weg zur Verwirklichung Ihres Vorsatzes. Was in Ihnen hindert Sie daran, den Vorsatz umzusetzen? Was hält Sie davon ab, wenn Sie ganz ehrlich mit sich sind? Welche Gedanken und Verhaltensweisen sind hierbei entscheidend? Nehmen Sie sich auch hier Zeit, um in die Tiefe zu gehen und ganz ehrlich mit sich zu sein. Stellen Sie sich die Hindernisse genau vor und schreiben Sie Ihre Gedanken dazu nieder.

Plan (Plan): Abschliessend wenden wir uns dem Plan zu. Was können Sie tun, um Ihre Hindernisse zu überwinden? Suchen Sie einen Gedanken und ein konkretes Verhalten, welches Ihnen helfen kann, ein konkretes Hindernis effektiv zu überwinden. Wählen Sie bei mehreren Ideen das vielversprechendste Verhalten und den vielversprechendsten Gedanken aus. Überlegen Sie, wann und wo Ihr Hindernis das nächste Mal auftauchen könnte, und entwickeln Sie Ihren individuellen Wenn-Dann-Plan: «Wenn Hindernis x auftaucht (wann und wo), dann werde ich Gedanke y und Verhalten z anwenden.» Schreiben Sie sich Ihren Plan auf, lesen Sie ihn sich mehrmals laut vor und verinnerlichen Sie diesen.

Wenn Sie ins neue Jahr starten, nehmen Sie Ihre Wünsche und Sehnsüchte wahr. Benennen Sie Ihre Ziele konkret und konzentrieren Sie sich darauf, was Sie wollen und nicht auf das, was Sie nicht mehr wollen. Behalten Sie dabei aber auch Ihre Lebensumstände und eigenen Stolpersteine im Auge und nehmen Sie mögliche Hindernisse wahr. Hindernisse sind normal und gehören zu unserem Leben. Überlegen Sie sich aber schon jetzt, wie Sie damit umgehen können und wollen, und legen Sie sich einen Plan dafür bereit. So sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Ziele im neuen Jahr Wirklichkeit werden zu lassen.

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Ratgeber Gesundheit 2 – 2024

Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Mikronährstoffe – im Besonderen Vitamine
Nachdem sich die beiden letzten Ratgeber «Gesundheit» mit einem bestimmten Mikro-Nährstoff befasst haben, geht dieser Ratgeber allgemein auf Mikronährstoffe = Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ein. Es wird immer wieder heftig in den Medien und in der Wissenschaft über die Richtigkeit und/oder Wichtigkeit einer zusätzlichen Einnahme diskutiert. Ein Grund dafür liegt sicher in der Geschichte der Entdeckung der Vitamine: Erkrankungen konnten einem Mangel an einem Nährstoff zugeordnet werden und durch die Gabe von diesem geheilt werden. Zum Beispiel galt ein Vitamin B 12-Mangel (die dazu gehörende Krankheit ist eine perniziöse Anämie) als unheilbar und erst nach der Einführung einer speziellen Diät (Gänslein-Therapie) gab es Hoffnung für die Erkrankten. Diese Therapie bestand aus dem Konsumieren von 500 g roher Leber pro Woche. Ein anderes Beispiel ist die Rachitis, oft in Verbindung mit Tuberkulose. Speziell Kinder litten daran, die Therapie bestand aus Höhensonne und Lebertran. Sauerkraut und Zitrusfrüchte (wie Zitronen) wirkten gegen die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut. Erst als man dann zunehmend die einzelnen Vitamine entdeckte und isolieren konnte, waren diese «Therapie»-Erfolge erklärbar. Die reichen Nationen (wie die in Europa) erarbeiteten Empfehlungen mit dem Wissen um die Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel. Sie halfen die Vitaminmangel-Erkrankungen zum Verschwinden zu bringen. Das erklärt die Meinung: Es gibt keinen Mangel, wenn genügend Obst und Gemüse gegessen wird. Echte Mangelerscheinungen sind wirklich selten geworden. Aber ein bereits beginnender, aber klinisch nicht fassbarer Mangel kann eine gesundheitliche Bedeutung haben. Diesem sogenannten «Hidden Hunger», dem «verborgenen Hunger», durch eine unzureichende Zufuhr widmen sich ganze Forschergruppen. Was ist nun aber ein Vitamin? Wikipedia schreibt dazu Folgendes:
Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsgerecht synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essenziellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen Stoffe selbst synthetisieren.
Das klingt nach einer komplizierten Geschichte. Also was sind Vitamine und was bewirken sie:
– Vitamine müssen von aussen zugeführt werden. Das beschreibt das Wort essenziell. Wir können diese Stoffe nicht selbst herstellen, brauchen sie aber, um leben zu können. Im Idealfall geschieht die Aufnahme in ausreichender Weise über die Nahrung. Es gibt Hinweise, dass unsere Nahrungsmittel heute deutlich weniger reich an diesen Stoffen sind als früher.
– Im Gegensatz zu den sogenannten Makronährstoffen, die unserem Körper Energie liefern, können sie das nicht. Sie regulieren die «Verwertung» von Kohlenhydraten und Eiweissen (Proteine) und auch von Mineralstoffen. Sie sorgen für den Auf- und Ab- und Umbau dieser Stoffe. Damit haben sie einen Einfluss auf die Energiegewinnung.
– Sie beeinflussen unser Immunsystem.
– Sie sind unverzichtbar beim Aufbau verschiedenster Zellen (Blutkörperchen, Knochen, Zähne, um nur einige Beispiele zu nennen).
– Eine organische Verbindung besteht aus den Elementen Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H). Es können noch andere Elemente wie Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Schwefel (S), Phosphor (P), und Halogene (Cl, J, B,) enthalten sein. Darum werden die Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium separat behandelt, ebenso wie Spurenelemente. Sie sind nur in Spuren wichtig wie zum Beispiel Selen.
Beim Menschen werden 13 organische Verbindungen dieser Definition gerecht. 11 davon können in keinster Weise vom Körper selbst hergestellt werden. Die Ausnahmen sind: das Sonnenvitamin D und Niacin, das aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt werden kann.
Eine weitere Gruppe spezieller Verbindungen sind Vitamere. Sie haben in einer Vitamingruppe die gleiche biologische Wirkung. Sie haben aber einen anderen chemischen Aufbau. Das gilt für Vitamin E oder Vitamin B6. Die unterschiedliche Bioaktivität wird in Äquivalenz Angaben gemacht (früher Internationale Einheiten I.E.)
Ein spannendes Thema! Lassen Sie sich beraten.
Ihr Team der Vinzenz Apotheke

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Ratgeber Finanzen 1 – 2024

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Meine Finanz-Neujahrswünsche
Träumen darf man ja, weshalb ich mir erlaube, meine Wünsche an die Wirtschaft, Verwaltung und an die Politik zu äussern.
Der Kunde ist wieder der König!
Eigentlich sollte das völlig normal sein, ist es aber oft nicht. Oft wird vergessen, woher das Geld für den eigenen Lohn herkommt und Kunden werden «schnodderig» behandelt oder sogar nur zur Ertragsauspressung missbraucht. Das gilt nicht nur für die
Privatwirtschaft, sondern auch
für Staatsdienstleistungen. Weniger Hochglanz, weniger Bürokratie, dafür mehr Dienstleistung, Service und vernünftige Konditionen, das wäre doch wieder schön und erstrebenswert. Dazu gehört auch, dass bestehende Kunden mindestens so gut behandelt werden wie potenzielle Neukunden. Es kann doch einfach nicht sein, dass loyale, langjährige Kunden schlechtere Konditionen erhalten als mögliche Neukunden.
Der Spesendschungel wird reduziert oder abgeschafft
Auch das ist ein ausuferndes Thema und es ist zur Unsitte geworden, dass jeder Bleistiftstrich in Rechnung gestellt wird. Für alles Gebühren, wenn ich von der Gemeinde oder dem Kanton etwas brauche (für was zahle ich überhaupt schon Steuern?). Auch bei den Banken ist das nicht viel besser. Da wollte eine Bank noch Gebühren, nur um die bestehende Hypothek zu verlängern…. Ich bin auch für das Verursacherprinzip, dann muss aber der Grundtarif günstig sein. Hohe Preise, dann aber nochmals jede Tätigkeit separat in Rechnung stellen, das ist einfach frech.
Devisentransaktionen zu vernünftigen Konditionen
Diesen Bereich kritisiere ich schon lange. Der Markt ist heute grösstenteils automatisiert und würde sehr enge Margen zulassen. Die Effizienzgewinne werden aber kaum an den Kunden weitergegeben. Das ist bei Wertschriftentransaktionen doppelt stossend. Da werden Courtagen verrechnet und dann auch nochmals bei der Devisentransaktion richtig «zugelangt».
Politiker müssen einen Volkswirtschaftsgrundkurs besuchen
Vielen Politikern fehlt das nötige volkswirtschaftliche Grundwissen. Wer über Milliardenausgaben mitentscheiden muss oder darf, sollte mindestens eine Grundahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben. Wenn man in den USA trotz Vollbeschäftigung und wirtschaftlichem Boom ein Budgetdefizit von rund 7 Prozent durchwinkt, hat man einfach keine Ahnung, woher Geld und Wohlstand kommen. «Wo wollen wir Schwerpunkte setzen und was können wir uns leisten?», das sollten wieder vermehrt die Fragen sein, anstelle zu Lasten von ausufernden Schulden den Rucksack immer mit noch mehr wertlosen Steinen und Problemen zu füllen.
Ich bin überzeugt, dass längerfristig weniger mehr ist. Das ist aus meiner Sicht kein alter Zopf! Nachhaltige Finanzen gehören zum Grundgerüst von anhaltendem Wohlstand. Wir sind auf bestem Weg, diesen mit ausufernder Bürokratie, Plan- und Schuldenwirtschaft selber zu vernichten.

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Ratgeber Finanz 51– 2023

Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
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Beeindruckende Aktienrally seit Ende Oktober
Die Aktienindices haben sich im 2023 stark entwickelt: Der S&P500 hat seit Ende Jahr fast 23 % zugelegt (Stand per Mittwoch, 13.12.), der DAX mehr als 20 %, der SMI hinkt etwas nach mit +4.3 %. Noch imposanter ist die Entwicklung der letzten eineinhalb Monate. Seit den zwischenzeitlichen Tiefstständen am 27. Oktober hat der SMI 9 % zugelegt, sowohl Dax wie auch S&P500 sind in diesen nur 33 Handelstagen gar um mehr als 14 % gestiegen!

Markt erwartet massive Zinssenkungen der Zentralbanken
Wie erklären sich die starken Anstiege? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil die Bewertungen gerade beim US-Aktienmarkt doch enorm hoch sind. Auch die wirtschaftliche Entwicklung dreht eher nicht nach oben, diverse Akteure erwarten eine Rezession. Die plausibelste Erklärung ist bei den Zinserwartungen zu finden. Der Markt erwartet derzeit für 2024 deutliche Zinssenkungen der Zentralbanken: die FED wird gemäss Markterwartungen den Zins um 1,1 % senken, die EZB gar um 1,3 %. Bei der SNB geht der Markt von einer Zinssenkung um 0,6 % aus.

Inflation ist gesunken, aber weiterhin doppelt so hoch wie Ziel
Warum geht der Markt von so starken Zinssenkungen aus? Die Inflation ist vielerorts deutlich gesunken. Investoren scheinen den Kampf gegen die Inflation als gewonnen und beendet zu betrachten. Wirtschaftshistoriker, die einen etwas längeren Zeithorizont betrachten, sind dagegen meist skeptischer. In der Vergangenheit hat sich Inflation als «zähes Biest» gezeigt, zudem liegt die wichtige Kern-Inflation in den USA noch immer bei 4 %, was doppelt so hoch ist wie angestrebt. Auch der IMF hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der er vor zu früher Siegessicherheit warnte. Im September-Ratgeber bin ich auf diese Studie eingegangen, Sie finden die Ratgeber-Artikel jeweils auch auf unserer Homepage.

Die Markterwartungen sind genau das: Erwartungen
Vor einem Jahr lagen die Markterwartungen für die FED-Zinsen bei einer Erhöhung um 0,66 %, effektiv hat die FED ihren Zins aber mit 1,5 % massiv stärker erhöht. Ein analoges Bild für die EZB (erwartet +1,41 %, effektiv erhöht um +2,5 %) und auch die SNB (erwartet +0,86 %, effektiv erhöht um +1,25 %). Zwei Aussagen dazu: Der Markt lag somit mit seinen Erwartungen vor einem Jahr deutlich daneben. Das muss nicht heissen, dass er dieses Jahr erneut danebenliegt, möglich ist es aber. Zweitens erwartet der Markt mehr oder weniger, dass die Zentralbanken zurück zu den Markterwartungen vor einem Jahr gehen. Selbst wenn dies eintreffen würde, wären in der Zwischenzeit die effektiven Zinsen deutlich höher gewesen, als der Markt erwartet hat. Das spricht nicht unbedingt dafür, dass der Aktienmarkt so viel höher stehen sollte als Anfang Jahr.

Der Aktienmarkt ist derzeit sehr heterogen
Fairerweise muss man darauf hinweisen, dass der Aktienmarkt derzeit sehr heterogen ist und der Index dadurch etwas verzerrt wird. Es ist keineswegs eine grosse Mehrheit der Titel, die so stark gestiegen sind. Es sind vor allem wenige grosse Techtitel (Stichwort «magnificent seven»), die stark zugelegt haben. Der grosse Rest liegt im Schnitt vergleichsweise wenig im Plus, und auch viele Titel haben dieses Jahr recht deutlich verloren. Breit diversifizierte Fonds haben denn meist auch deutlich weniger verdient als die Indices vermuten liessen. Die breit diversifizierten Portfoliofonds der UBS liegen bei einem Plus seit Anfang Jahr von zirka 2 % (konservative Strategie) bzw. 3 % (ausgewogene Strategie).
Das sind für dieses Jahr für Schweizer Investoren die plausibleren Vergleichswerte.»

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Ratgeber Psychologie 50 – 2023

Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch

Warum Frauen die Scheidung wollen
Vor Kurzem war ein Artikel in einer Tageszeitung zu lesen, in dem eine Journalistin in einer Kolumne beschrieb, wie sich in ihrem Umfeld Freundinnen nach langjährigen Ehen plötzlich von ihren Männern trennen und die Scheidung einreichen. Sie findet es mutig, dass ihre Freundinnen nach einer langen Lebensphase den Schritt in eine unbekannte Zukunft wagen. Spannend waren die männlichen Kommentare zu diesem Artikel. Sie stellten zur Diskussion, warum die Frauen eher ihr Herz bei ihren Freundinnen ausschütten, anstatt mit dem Ehemann zu reden. Warum jahrelang nur die Kinder im Mittelpunkt stehen und sie sich dem Mann gegenüber abweisend verhalten und warum Frauen ihre Männer ständig verändern wollen und nie zufrieden sind.
Statistisch gesehen ist es so, dass in der Schweiz 70 Prozent der Scheidungen auf Wunsch der Frauen eingeleitet werden. Ausschlaggebend dafür ist an erster Stelle die Entfremdung und das Auseinanderleben, vor allem nach der Geburt der Kinder oder dann, wenn die Kinder ausgezogen sind. Der zweithäufigste Trennungsgrund ist der Dauerkonflikt, die ständige Unzufriedenheit. Die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello, die über Scheidung im fortgeschrittenen Alter geforscht hat, hält fest, dass Trennungen immer mit fehlender kommunikativer Kompetenz zu tun haben. Entweder wird nur noch gestritten oder vorwurfsvoll geschwiegen. Viele Frauen beklagen das Schweigen der Männer und ihre Unfähigkeit über ihre Gefühle zu sprechen.
Wie könnte es denn gelingen, im Austausch, im Kontakt, in der Verbindung zu bleiben? Warum ist es so schwierig, interessiert und zugewandt zu bleiben? Im dichten Alltag mit Arbeit, Kindern und Haushalt geht das Paargespräch in vielen Beziehungen verloren. Zuerst kommen meist die Kinder. Heute investieren Eltern viel Zeit und Energie in den Nachwuchs und vergessen dabei die Paarebene. Am Abend, wenn die Kinder endlich schlafen, sind sie so erschöpft, dass nur noch der Blick in den TV oder Computer möglich ist. Das Wochenende ist besetzt mit Kinderbetreuung, Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten. Wo bleibt hier Platz für ein gutes Gespräch, für Aufmerksamkeit und Interesse am Leben des anderen? In der ganzen Hektik kommt es zudem viel schneller zu Vorwürfen und Kritik.
Paare, die an ihrer Beziehung arbeiten und sich gemeinsam entwickeln wollen, brauchen den Willen und die Absicht, sich Zeit füreinander zu nehmen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Es ist wohltuend, von sich selbst zu erzählen, wenn der andere interessiert zuhört. So einfach und simpel dies tönt, so schwierig ist es manchmal, wirklich ein offenes Ohr zu haben. In der Paartherapie erzählen viele Männer, dass ihre Frauen nur noch die «to do list» mit ihnen abarbeiten wollen. Frauen wiederum berichten, dass sie fast untergehen in all den vielen kleinen Dingen, die noch zu organisieren sind, und wie anstrengend es ist, den Überblick zu behalten. Nur noch auf der Sachebene miteinander zu kommunizieren, nährt die Beziehung nicht. Es braucht auch die Beziehungs- und Gefühlsebene. Sobald Sie beginnen, über Ihre Gefühle zu sprechen, wird es für das Gegenüber interessanter und die Bereitschaft zuzuhören ist grösser. In der Paartherapie «verschreiben» wir oft als Hausaufgabe das Zwiegespräch, ein Wechselgespräch, in dem beide Beteiligten darüber sprechen, was sie gerade beschäftigt: auf der Körperebene, emotional und mental. Der andere hört nur zu, macht keine Kommentare oder Zwischenbemerkungen. So lernt man sich selber besser kennen und schenkt dem anderen mehr Aufmerksamkeit. Diese vertiefte Form des Dialogs bringt Intimität und Verbindung in die Beziehung und ist somit beste Scheidungsprophylaxe.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch

Ratgeber Recht 49 – 2023

MLaw Pascal Messerli
Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG
Salinenstrasse 25, 4133 Pratteln, Tel. 061 823 03 03
Bahnhofstrasse 92, 5000 Aarau, Tel. 062 393 03 03
www.advokatur-trias.ch

Drohne, ein Weihnachtsgeschenk mit grossem Missbrauchspotenzial
Drohnen erfreuen sich in den letzten Jahren grosser Beliebtheit und werden für verschiedene gewerbliche Nutzungen gebraucht oder benötigt. Da diese Luftfahrtzeuge zudem wunderschöne Landschaftsbilder erzeugen können, sind sie aber auch ein optimales Weihnachtsgeschenk für den privaten, hobbymässigen Gebrauch. Bei aller Freude über Drohnen muss jedoch berücksichtigt werden, dass grosses Missbrauchspotenzial beim Gebrauch besteht. Um rechtlich keine Probleme zu bekommen, sollte man sich deshalb über die erlaubte Nutzung von Drohnen etwas genauer informieren. In diesem Artikel werden einige wichtige Punkte im Bereich Drohnennutzung thematisiert.
Obwohl die Nutzung von Drohnen zahlreiche rechtliche Fragen, insbesondere in den Bereichen Privatsphäre und Datenschutz, mit sich bringt, existiert in der Schweiz insgesamt wenig Rechtsprechung zu diesem Thema. Auch fehlte es lange an speziellen gesetzlichen Regelungen. Auf Bundesebene wurde vor kurzem jedoch die Drohnenreglementierung der Europäischen Union übernommen, welche seit Januar 2023 in Kraft ist. Auf der Homepage des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) wird detailliert über die erlaubte Nutzung von Drohnen informiert. Es wird insbesondere zwischen drei verschiedenen Betriebskategorien unterschieden: Die offene, die spezielle sowie die zulassungspflichtige Kategorie. Die offene Kategorie umfasst sämtliche Drohnen, welche weniger als 25 kg wiegen und eine maximale Flughöhe von 120 Meter erreichen. Flüge über Menschenmengen sind in dieser Kategorie ausserdem verboten. Sobald eine der drei genannten Voraussetzungen nicht erfüllt werden kann, kommt die spezielle Kategorie zum Zuge, diese Drohnenflüge sind dann für jedermann bewilligungspflichtig. Die dritte, zulassungspflichtige Kategorie umfasst insbesondere jene Drohnenflüge, welche dem gewerblichen Frachtentransport dienen sollen. Neben den Kategorien müssen insbesondere auch nationale und kantonale Flugeinschränkungen berücksichtigt werden. So sind Drohnenflüge im 5-km-Radius rund um Flugplätze, in bestimmten Naturschutzgebieten, in Umkreis von Kernkraftwerken oder in militärischen Gebieten grundsätzlich verboten. Die interaktive Drohnenkarte auf der Homepage des BAZL regelt sämtliche Einzelheiten.
Damit das Weihnachtsgeschenk für Sie also keine bösen Überraschungen mit rechtlichen Konsequenzen mit sich bringt, sollten Sie folgende Punkte beachten.
- Informieren Sie sich auf der Homepage des Bundesamts für Zivilfahrt über die rechtmässige Nutzung von Drohnen.
- Achten Sie insbesondere darauf, unter welcher Kategorie Ihre Drohne eingestuft wird.
- Beachten Sie nationale und kantonale Flugeinschränkungsgebiete.
- Vermeiden Sie es grundsätzlich, mit Ihrer Drohne ohne Bewilligung über Menschenansammlungen und verbotene Gebiete zu fliegen.
Wenn Sie weitere Fragen zum Kauf oder Nutzung von Drohnen haben, dann treten Sie mit uns in Kontakt.

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Ratgeber Finanzen 48 – 2023

Lukas Rüetschi eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch

Immobilienmarkt wird ruhiger
Nach den Boomjahren auf dem Immobilienmarkt hat sich der Markt im Fricktal in den letzten Monaten stark beruhigt und verlangsamt. Ein leicht grösseres Angebot trifft auf eine etwas kleinere und oft kritischere Nachfrage. Selbst sehr gute Liegenschaften gehen kaum mehr wie «warme Weggli». Das Segment der Renditeliegenschaft hat in diesem Jahr grössere Preiskorrekturen erfahren. Das Eigenheimsegment ist stabil oder leicht rückläufig. Übertreibungen nach oben gibt es kaum mehr.
Wie geht es weiter? Ich vermute, dass weder ein grosser Einbruch noch eine Rückkehr zum Boom vor der Türe stehen. Einerseits wächst die Bevölkerung weiterhin, was die Nachfrage unterstützt. Anderseits haben die höheren Zinsen und das gestiegene Preisniveau die Nachfrage eingeschränkt. Somit ist aus meiner Sicht eine leicht rückläufige Tendenz oder Treten an Ort am realistischsten. Einzig bei stark steigenden Zinsen oder einer Rezession sind grössere Korrekturen zu erwarten.

Wer nicht liefert oder den Ausblick reduziert, wird abgestraft
Auch beim Aktienmarkt ist der ganz breitabgestützte Aktienboom vorbei. Wenn eine Firma die erwarteten Kennzahlen nicht übertrifft oder den Ausblick zurücknehmen muss, kommt oft eine gröbere Kurskorrektur. Nur im Hightech-Bereich rund um künstliche Intelligenz ist aktuell noch viel (zu viel?!) Fantasie vorhanden. Einmal glaube ich hier einen übertriebenen Herdentrieb zu beobachten. Die Chance eines grösseren Katers ist aus meiner Sicht gross. Solche Boomphasen gehen aber oft länger, als man denkt und für realistisch hält. Wenn ich etwas in den letzten rund 35 Jahren Anlageerfahrung gelernt habe, dann, dass sich übertriebene Euphorie, aber auch übertriebene Angst oder Panik kaum auszahlen. Längerfristig positive Punkte haben eine vernünftige Diversifikation, eine vernünftige Kostenstruktur, keine teure oder intrasparente Produkte und immer genügend Liquidität, damit man nie Notverkäufe machen muss.

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