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Ratgeber Naturmedizin – 46 - 2023

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Xorta (sprich «Chorta») – Wildgemüse auf Griechisch
Auch jetzt im November finden sich draussen noch etliche essbare Wildkräuter. Auf den gemähten Wiesen konnten sie nochmals frisch nachwachsen und sind wieder zart und fein. Oft sind sie im Herbst aber etwas kräftiger als noch im Frühling. Da bietet sich an, die wertvollen Wildpflanzen nicht mehr als Salat zu essen, sondern sie zu kochen, zu frittieren oder eben eine feine Xorta zu machen, wie das die Griechen traditionell machen.

Wildkraeuterpfanne. Foto: zVgIn Griechenland findet man sie immer noch häufig: Wildgemüse aus lokalem «Unkraut» als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Sie werden auf lokalen Märkten frisch angeboten. Da das Sammeln der feinen jungen Blätter sehr zeitintensiv ist, erzielt diese Delikatesse dort stolze Preise.
Es gibt grundsätzlich zwei Kategorien der Xorta: Die eher süsslichen oder neutralen und die bitteren. Zu den süsslichen gehören beispielsweise Wildfenchelkraut oder Hirtentäschelkraut. Bitter sind beispielsweise die jungen Blätter von Löwenzahn.
Warum denn überhaupt Wildpflanzen essen? Wildpflanzen haben etwas Eigenwilliges, sind zäh, widerstandsfähig und kräftig im Geschmack. Sie haben es in sich: Beispielsweise im Knopfkraut, einem Unkraut im Gemüsegarten, ist drei Mal so viel Eisen drin wie im Spinat. Das zusätzlich enthaltene Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Eisens. Das ist sehr interessant bei immer wiederkehrendem Eisenmangel und stärkt gerade jetzt im Herbst das Immunsystem.
Abgesehen von einem hohen Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen finden sich in den Wildpflanzen ausserdem verschiedene Bitterstoffe, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Die regelmässige Einnahme von bitteren Kräutern wirkt sich positiv aus auf den Stoffwechsel, Allergien, Unverträglichkeiten, chronische Ekzeme und ein geschwächtes Immunsytem, verbessert die Verdauung und unterstützt die Darmflora. Isst man etwas Bitteres, werden alle Verdauungsdrüsen angeregt; es wird vermehrt Speichel, Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme produziert, welche im Verdauungskanal eine optimale Verdauung einleiten.
Es gibt hunderte Sorten von Xorta, die wild in der Natur wachsen. Während die Griechen ihr eigenes einheimisches Wildgemüse kochen, essen wir natürlich das, was in unserer Umgebung wächst. Bespielsweise Hirtentäschelkraut, Löwenzahn, Glockenblumen-Blätter, Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich, Malvenblätter, guter Heinrich, Melde, Portulak oder die Blätter des Klatschmohns.
Zubereitung Xorta
Kräuter sammeln nur an «sauberen» Stellen. Die Kräuter schütteln, allenfalls waschen. Die gröberen Blätter etwas klein schneiden. In einer Pfanne mit kochendem Wasser werden sie zirka 10 Minuten eingelegt (nicht weiter kochen). Danach das Kraut aus dem Wasser heben und mit Salz, gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft beträufeln. Warm oder kalt servieren.
Sehr gut auf geröstetem Baguette, als «Beigemüse», Beilage in einer klaren Suppe oder eingebacken in einem salzigen Kuchenteig.
Bild: Eine Wildkräuterpfanne.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

Ratgeber Naturmedizin – 35-2023

Sonja Wunderlin, Naturheilpraktikerin
Praxis am Laufenplatz 148, 5080 Laufenburg, Tel. 062 874 00 16

Hartnäckige Hautausschläge – Neurodermitis
Die Haut ist unser grösstes Organ. Sie grenzt uns einerseits von der Aussenwelt ab, andererseits wird durch sie ausgeschieden, aufgenommen, getastet, empfunden. Sie ist eine wichtige Schnittstelle zwischen ich und du. Höchst unangenehm, wenn sie «ausschlägt», dabei juckt und brennt und das fürs Gegenüber auch noch offen-sichtlich ist.
Hautausschläge können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ich möchte hier im Speziellen auf die Neurodermitis, auch «atopische Dermatitis» oder «endogenes Ekzem» eingehen.
Meist sind bei der Neurodermitis die Beugeseiten betroffen: Armbeuge, Kniekehle, Hals, Nacken, Hände und Gesichtsbereich. Die Entzünndung kann individuell durch einen Trigger ausgelöst werden wie beispielsweise Kälte oder extrem feuchtes Wetter, Stress oder Kleidung aus Schafwolle und tritt schubweise auf. Dabei gibt es verschiedene Stadien: Erst kommt die nässende juckende Entzündung mit Rötung und Bläschenbildung, danach schuppt die oberste Hautschicht ab, trocknet und eine papierige Oberfläche mit vergröbertem Relief bleibt zurück. Kratzen bringt kurzfristig eine Erleichterung, verletzt die dünner werdende Haut aber zusätzlich. Im Laufe der Jahre verliert diese zunehmend ihre Schutzfunktion und ist gegen äussere Einflüsse weniger wiederstandsfähig, so dass Keime einfacher eindringen und Infektionen auslösen können.
Für die PatientInnen steht meist der Juckreiz («es nervt») und die Optik der veränderten Haut im Mittelpunkt.
Die Bezeichnung «Neurodermitis» stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals meinte man, die Ursache sei eine Nervenentzündung. Das wurde zwar wiederlegt, jedoch bis heute keine klare Ursache gefunden. Ein Zusammenhang mit der seelischen Verfassung besteht aber nach wie vor. In Belastungssituationen kann es zu einem Schub kommen. «Es geht mir unter die Haut» – «Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut». Manchmal haben NeurodermitikerInnen Mühe, ihre Bedürfnisse zu äussern, sich abzugrenzen, Wut zuzulassen. Zwischenmenschliche Spannungen entstehen. Die Haut als Kontaktorgan und Ventil «schlägt aus», wird wund, verdickt sich – «dünnhäutig sein» und sich darum «ein dickes Fell zulegen».
Allgemeine Empfehlungen
• Auch unangenehme Empfindungen äussern und wo nötig Grenzen setzen. Wut zulassen. Ein Wutventil schaffen (Sport, künstlerische Betätigung, Gartenarbeit...)
• Die Ernährung umstellen: Möglichst auf Zucker und allenfalls auf Weizen verzichten sowie täglich gute Öle benützen (kaltgepresstes Leinöl, Nachtkerzenöl)
• Phytotherapie: Je nach Ursache werden verschiedene Pflanzen eingesetzt. Entzündungshemmende wie Eichenrinde oder Schwarztee, immunmodulierende wie Lindenblüten, antibakteriell und antimykotisch wirkende wie Hamamelis oder Blutwurz, das Lymphsystem stärkende Pflanzen wie Walnussblätter oder Ringelblume oder kühlende wie «Chäslichrutt» (Malva) oder Leinsamen.
• Allenfalls helfen Bitterstoffe zur Regeneration der Darmflora, zur Grenzbildung und Stärkung der Leberfunktion.
• Täglich an die «frische Luft» gehen: Direkte Sonneneinstrahlung vermindert die Beschwerden
«Es juckt wie verrückt» – Äusserliche Methoden
• Lavendelöl pur auftragen, Eichenrindenbäder, Hamamelisbäder, Eichenrindenpulver direkt auf nässende Stellen streuen, Salben mit Blutwurz-Extrakt
• Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum) in Form von Salben auftragen, hat eine Cortison-ähnliche Wirkung und ist frei von Nebenwirkungen
• Hautpflege: Es eignen sich reine fette Öle wie beispielsweise Arganöl oder Leinöl (alllenfalls wenige Tropfen ätherisches Lavendelöl beigeben)
Ich wünsche gute HautGesundheit.

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Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sonjawunderlin.ch

 

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