(pd) Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) stimmt der Erweiterung des Gebiets «Gabenchopf West» in Villigen als Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung im Richtplan zu.
Der Steinbruch Gabenchopf liefert die Rohstoffe für die ansässige Zementindustrie. Das dem Steinbruch angeschlossene Werk in Würenlingen produziert heute rund 20 Prozent des in der Schweiz hergestellten Zements. Mit der geplanten Festsetzung des Abbaugebiets sollen die Rohstoffreserven für zusätzliche 15 Jahre gesichert werden. Dafür soll die aktuelle Materialabbaufläche von 66 Hektaren um 11 Hektaren erweitert werden können. Einer entsprechenden Richtplananpassung stimmte die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) mit 14 zu 1 Stimmen zu.
Zementrohstoffe aus dem Aargauer Tafeljura
Die Kommission UBV war sich einig, dass die Erweiterung am bestehenden Standort sinnvoll sei, weil die Infrastruktur – darunter eine Transportluftseilbahn – vorhanden ist und kein Siedlungsgebiet beeinträchtigt wird. Zudem soll der Bedarf an Zementrohstoffen möglichst aus dem Inland gedeckt werden können, anstatt diese zu importieren. Die Kommission UBV betonte diesbezüglich die regionale und nationale wirtschaftliche Bedeutung der ansässigen Zementindustrie und anerkannte die Anstrengungen derselben, die Produktion klimaverträglicher und energieeffizienter zu machen. Ein Teil der Kommissionsmitglieder beurteilte die Erweiterung des Steinbruchs als erheblichen Eingriff in die Natur, Umwelt und Landschaft – das Gebiet liegt im Objekt Nr. 1108 «Aargauer Tafeljura» des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) – und forderte eine grösstmögliche Schonung derselben, entsprechende Ersatzmassnahmen sowie einen angemessenen ökologischen Ausgleich. Das Geschäft wird voraussichtlich im November 2026 im Grossen Rat behandelt.