(gp) Die Grünen Aargau befürworten die Änderung für die bessere Erfassung und des Schutzes der Ackerflächen. Sie sehen aber noch erhebliche Defizite im Umgang mit den wertvollsten Flächen für die Nahrungsmittelproduktion. Diese müssten in Folgeschritten angegangen werden.
Die zentimetergenaue Erfassung der Fruchtfolgeflächen (FFF) ist mit der digitalen Geodatenerfassung eine sinnvolle Weiterentwicklung des Flächenschutzes der FFF. Ein fortlaufend aktualisiertes, öffentlich zugängliches Inventar ergibt eine bessere Übersicht und lässt Fehlentwicklungen früh erkennen. In folgenden Punkten sehen die Grünen Verbesserungsbedarf:
Kompensation von FFF: Im gesamtgesellschaftlichen Kontext müssen vor allem für Infrastrukturbauten immer wieder FFF dauerhaft überbaut werden. Diese sind bereits ab der ersten Hektare FFF zu kompensieren. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass keine Fläche mit hohem Potential für die Biodiversität (z.B. zur Vernässung neigende Flächen) dafür herangezogen werden.
Qualitätssicherung der FFF: Auch die Qualität der FFF muss verbessert werden. Hohe Einträge von Schad- und Giftstoffen (Pneuabrieb, Mikroplastik, Pflanzenschutzmittel, Ablagerungen von Luftschadstoffen, Schwermetalle aus Kunstdünger usw.) müssen in Zukunft auf das absolute Minimum begrenzt werden. Weiter ist der zunehmenden Bodenverdichtung und der damit einhergehenden schlechteren Wasserversickerung resp. -speicherung mit konkreten Massnahmen entgegenzutreten. Hier ist der Regierungsrat in der Pflicht und trägt eine enorme Verantwortung.
FFF sind für die menschliche Ernährung zu verwenden: FFF sind die Versicherung einer nachhaltigen, hohen Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln im Aargau. Zurzeit wird auf ca. 60 % der FFF Futter für die Tierzucht angebaut. Die Grünen sind der Überzeugung, dass der Regierungsrat Überlegungen anstellen muss, wie in Zukunft die FFF vermehrt wieder für Getreide, Eiweiss- und Ölpflanzen sowie Gemüse verwendet werden. Damit sichert er nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern vermindert auch einen Grossteil der Umweltbelastungen aus der Landwirtschaft (Ammoniakfrachten, Nitratbelastung von Trinkwasser, Überdüngung von Oberflächengewässern usw.). Dies muss im Dialog mit der Landwirtschaft erfolgen.
Auen und FFF: Die Grünen unterstützen die Weiterführung des Auenschutzparks, wie sie der Regierungsrat vorschlägt. Auen halten Wasser in der Landschaft zurück und angesichts der Trockenheitsperioden wird das für den Aargau immer wichtiger. Dazu kommt ihr Wert als Naherholungsgebiet. Das Auenprogramm muss deshalb auch dann weitergeführt werden, wenn das Verfassungsziel von mind. einem Prozent der Kantonsfläche erreicht ist.