(ksb) Der Weg zurück in den Alltag ist nach einer Brustkrebserkrankung oft länger als die medizinische Behandlung. Narben, körperliche Veränderungen und ein neues Selbstbild stellen viele Frauen vor Herausforderungen. Mit einer Modeschau, die erstmals im Neubau des Kantonsspitals Baden (KSB) stattfindet, setzen brustoperierte Frauen am 17. Juni ein Zeichen für Mut, Selbstvertrauen und Lebensfreude.
Wenn am 17. Juni um 18.30 Uhr brustoperierte Frauen über den Laufsteg im Atrium des KSB-Neubaus spazieren, steht weit mehr als Mode im Mittelpunkt. Denn die Models sind Brustkrebspatientinnen, die ihre Erkrankung und Behandlung hinter sich gelassen haben. Mit ihrem Auftritt möchten sie anderen Betroffenen zeigen, dass Weiblichkeit, Selbstvertrauen und Lebensfreude auch nach einer Brustoperation ihren Platz behalten.
An der Modeschau wird Bade- und Dessousmode der Firma Amoena präsentiert, die speziell auf die Bedürfnisse brustoperierter Frauen abgestimmt ist. Doch im Zentrum des Abends stehen nicht die Kleidungsstücke, sondern die Geschichten der Frauen, die sie tragen.
Zurück zu einem positiven Körpergefühl
Brustkrebs verändert oft weit mehr als die körperliche Gesundheit. Viele Frauen müssen nach einer Operation lernen, mit einem veränderten Körpergefühl umzugehen. Selbst alltägliche Situationen können zur Belastung werden. «Viele Frauen haben nach einer Brust-OP Hemmungen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ein Badibesuch kann eine mentale Herausforderung sein», sagt Prof. Dr. Cornelia Leo, Leiterin des KSB-Brustzentrums. «Mit der Modeschau möchten wir zeigen, dass der Weg zurück zu einem positiven Körpergefühl möglich ist und dass niemand ihn alleine gehen muss.»
KSB begleitet Betroffene über die Therapie hinaus
Statistisch erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dank moderner Therapien und Früherkennung sind die Heilungschancen heute hoch. Dennoch bleiben die seelischen Folgen oft lange spürbar. Das KSB-Brustzentrum begleitet Patientinnen deshalb nicht nur während der medizinischen Behandlung, sondern auch darüber hinaus. Speziell ausgebildete Breast and Cancer Care Nurses (BCCN) sowie verschiedene unterstützende Angebote helfen Betroffenen dabei, Schritt für Schritt in den Alltag zurückzufinden.
Models, die vor allem Mut machen
Für BCCN-Fachexpertin Nicole Frehe hat die Modeschau deshalb eine besondere Bedeutung: «Die Models waren selbst von Brustkrebs betroffen. Sie zeigen mit ihrem Auftritt, dass man auch nach einer Erkrankung selbstbewusst, feminin und mit Freude durchs Leben gehen kann. Dieser Mut wirkt oft stärker als jede theoretische Beratung.»
Organisiert wird die Modeschau vom Brustzentrum des KSB gemeinsam mit Amoena. Unterstützt wird der Anlass von der Krebsliga Aargau sowie von Anita Steiner Make-up. Der Eintritt ist kostenlos. Auch Begleitpersonen sind herzlich willkommen. Anmelden können sich Interessierte über die Website des KSB (www.ksb.ch).